Mostly Harmless: In eurer ersten Videoauskopplung entstaubt ihr euch ja endlich wieder. Aber so eingestaubt wart ihr ja eigentlich gar nicht. Was habt ihr wirklich in den letzten Monaten angestellt?
Philipp Burger: Natürlich waren wir verstaubt, zumindest geistig, also manchmal zumindest (lacht). Nein, lassen wir es mal ernst anlaufen. Die letzten Monate haben wir uns tatsächlich etwas eingekellert und haben sehr sehr viele unserer Gedanken zu Papier, zu Handlungen und Gitarren gebracht. Will heißen, wir haben uns abseits der Bühne aufgehalten und unsere Geistes- und Handwerkskunst zu Werken geformt die man in Bälde begutachten bzw. hören wird.
Mostly Harmless: Euch müssten ja nun die finalen Mixe eurer Songs aus eurem neuen Album Rivalen & Rebellen vorliegen. UND UND....erzählt uns was. Am besten natürlich alles
Philipp Burger: Ganz ehrlich? Wir sind happy happy happy und das sagt, anhand unserer schon immer geltenden Regel "Wir müssen den Vorgänger topen", schon alles. Der Rest ist irrelevant. Einfach weil wir für alle unsere Alben jedes Mal alles gegeben haben und somit jedes seinen ganz besonderen Stellenwert hat. Wir glauben sehr, dass "Rivalen und Rebellen" ein weiterer Meilenstein für uns sein wird. Einer der uns schon jetzt mit Freude und vielen guten Resonanzen versorgt.
Mostly Harmless: Hat euer neues Album eine Story welche sich durch alle Songs zieht oder jeder für sich.
Philipp Burger: Nein, Konzeptalben sind nicht unser Ding, waren sie auch noch nie. Nicht mal bei anderen Bands.
Mostly Harmless: Eure Tour ist an den VVK Start gegangen. Sind eure Erwartungen erfüllt worden? Und wer hat die Wette gewonnen?
Philipp Burger: Die Wette? Wir wetten doch nicht auf einen VVK-Start, sowas macht man doch nicht. Aber ja, die Erwartungen wurden erfüllt und das sogar soweit, dass sie um ein Vielfaches übertroffen wurden. Fünf Städte innerhalb kürzester Zeit ausverkauft und andere teils binnen Stunden dicht dahinter, was will man mehr?
Mostly Harmless: Hattet ihr keine Angst, dass bei der Farbwahl die Bayernfans euren Konzerten fernbleiben? (kleiner Spaß)
Philipp Burger: Nein und wie man sieht haben wir auch Recht behalten. Die Olympiahalle München gehört zu den größten der Tour und ist eine von den Venue, bei der wir die wohl brachial vollste Rivalen und Rebellen-Party abfeiern werden. Einige Busse aus Österreich und Südtirol machen sich ebenso auf den Weg wie viele, viele Frei.Wild Fans aus anderen Regionen. Es kommt uns so vor, als würde München kommendes Jahr einen besonderen Frei.Wild Spirit versprühen. So von wegen, wenn schon Bier und Lärm, dann richtig mit den größten Bierkrügen und richtig, richtig vielen Menschen und noch lauteren Chören. Wir freuen uns und sagen all jenen die das bisher größte Bayern Konzert sehen möchten, dass wir sie gut vorbereitet erwarten, freudigst sogar und wer weiß, vielleicht trifft man sich ja im ein oder anderen Biergarten am Nachmittag.
Mostly Harmless: Enschede, Pratteln, Wien und Brixen bezeichnet Ihr als "Warm Up Shows". Warum?
Philipp Burger: Weil sie es sind (lacht).
Mostly Harmless: Wird es auf einem Konzert wieder ein Highlight geben?
Philipp Burger: Das ist eine Frage die jedes Mal gestellt wird und sie nervt uns auch fast schon (wie auch alle anderen Bands vermutlich), weil wir die Antwort logischerweise auch nicht verraten werden. Wir könnten natürlich auch gerne sagen, ja, Michael Jackson feiert für uns seine Auferstehung und tanzt mit uns allen über das Parkett. Natürlich aber ist es nur Angela Merkel die für uns auf die Bühne kommt und uns mit ihrem "Wir schaffen das" Satz durch die unendlich harte Zeit der Tour hilft. Natürlich wird aber nichts davon stattfinden und das ist auch verdammt gut so. Es geht hier um uns und unsere wahrlich unendlich geile Frei.Wild-Familie. Es wird neue Klänge, einige neue Showelemente und vielleicht unerwartete Aktionen geben die unsere kommende Tour super anwürzen werden. Aber wie gesagt, warum sollten wir diese jetzt verraten? Ist nicht auch die "Ungewisse" Teil der schönsten Sache der Welt, die Vorfreude? Neben Sex natürlich, sorry (lacht).
Mostly Harmless: Wann wird es mal wieder ein Konzert nur für Mädels geben?
Philipp Burger: Vielleicht nächstes Jahr, ihr dürft gerne eine Umfrage machen wer kommen würde, wenn dieses Konzert in der Mitte Deutschlands stattfinden würde. Termin wäre wie immer der Frauentag, sofern dieser nach der Tour ist. (lacht). Habe jetzt keine Lust nachzuschauen, Frauentag ist eh immer irgendwie, oder? (haha). Oder war das bei uns Männern so, ach egal (lacht).
Mostly Harmless: Ich habe da letztens sowas läuten hören von "Novum in der Musikszene". Was heißt das genau und was steckt dahinter? Wir sind ja unter uns und du willst es ja auch erzählen
Philipp Burger: Nix da…
Mostly Harmless: Mal zu was anderem. Die Presse macht euch ja schon wieder das Leben schwer. Warum postet Ihr das immer noch?
Philipp Burger: Weil wir keine "Mund zu und Kopf in den Sand"-Band sind die keine Stellung beziehen will, schon gar nicht, wenn es um uns selbst geht. Ganz vorneweg, es gibt auch andere teils sehr seriöse Journalisten, das unterstreichen wir auch immer. Wir sahen und sehen es aber schon immer als unsere Pflicht an, die Menschen von dieser teils sehr beschissenen, vor allem aber sehr tendenziösen Deutschen Medienarbeit zu informieren und diese auch anhand von Beispielen zu verdeutlichen. Im Falle von Frei.Wild sitzen wir einfach an der Quelle. Hier braucht uns wirklich niemand irgendwas erzählen. Wir wissen was Sache ist und wissen deshalb auch, welche Früchte der Lügen zum gut verkäuflichen Quotenbrei vermischt werden. Ich glaube ehrlich, und das sehe ich Jahr für Jahr noch deutlicher, dass es keine Sparte Arbeit gibt, wo die Arbeit selbst so lachs, unprofessionell, verlogen und vor allem schlecht gemacht wird, wie in der schreibenden Zunft dieser ach so ehrenwerten "Volksinformanten". Ich bin jetzt seit 16 Jahren selbstständig und Unternehmer und habe viele erfolgreiche Menschen kennen gelernt. Eines weiß ich jedenfalls besser als alles andere: Würden der Handel, Handwerker, Landwirte, Architekten, Ärzte, ja egal wer auch nur annähernd so schlechte Pfusch-Arbeit abliefern wie viele Journalisten, wäre jedes dieser Unternehmen/Einrichtungen/Firmen in spätestens 30 Tagen Pleite. Das ist Fakt. Nachdem sich aber viele Medien samt all diesen (teils belegten) Lügen, Verarschungen und Nicht-Recherchen aber nun dennoch schon jahrelang (auch erfolgreich) über Wasser halten, lässt es sich nicht ausschließen, dass diese Art von Pfuscharbeit zu deren Zunft gehört. Oder zumindest nicht zum Aus führt. Das ist beängstigend und lachhaft zugleich. Er zeigt aber auch, dass es umso wichtiger ist, Sachen gerade zu rücken. Wir als Musiker haben das Werkzeug dazu, schade, dass es bei anderen nicht zum Ausdruck kommt. Aber hey, somit haben wir zumindest immer neuen Stoff und Output, auch ein Geschenk in unserem Beruf. Was nicht stimmt verarbeiten wir eben einfach, egal wer uns gegenübersteht, wir sind damit immer gut gefahren und könnte glaube ich auch nicht anders.
Mostly Harmless: Vielen Lieben Dank und die letzten Worte gehören natürlich euch.
Philipp Burger: Passend zum Thema vorhin: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich recht ungeniert". Dies war und bleibt unser Credo und ja, alle anderen Bands/Künstler die sich über uns ihr beschissenes Gutmenschen-Maul zerreißen, all die Veranstalter, Kritiker, Politiker/Experten, ja selbst privaten Shitstormsoldaten die in uns dieses Credo erst wachsen ließen, können uns am sind uns mittlerweile echt so dermaßen egal geworden, dass sich auch die Wichtigkeiten sonst in uns verschoben haben. Ich glaube, wir alle sind mittlerweile viel entspannter als je zuvor und können es auch sein. Nicht weniger reibungsgewillt, aber entspannter im Umgang mit Kritik und sonstigen Sorgen. Wir haben mit "Rivalen und Rebellen" ein Album im Petto das sich mit jedem einzelnen Album sonstiger Erscheinungen aus den Bereichen Deutsch-Punk, Deutschrock/Deutschmetal locker messen kann und das beruhigt ungemein. Es fühlt sich einfach alles super gut an. Vor allem wenn man auf das Erschaffene zurückblickt und auf wirklich gar keinen und niemanden Rücksicht nehmen muss. Vor allem auch gar nicht nehmen will, eben deshalb das bisherige Ziel noch fokussierter vor Augen hat und anvisieren kann. Dieses Ziel wäre mit seinen Freunden, seinem Können, Wissen, seiner Leidenschaft, seinem Herz und Verstand Lieder, Alben und Konzerte zu machen und dabei einfach Rivalen und Rebellen zu bleiben. Es wird eine super Zeit die vor uns liegt, das glauben und wünschen wir uns alle sehr. Aber es wird auch eine harte Zeit und ganz gewiss wird es zu einigen Songs hart geführte Diskussionen geben. Bands und Musiker werden sich aufregen, Medien werden versuchen, uns an die Wand zu schreiben, manche sonstigen Leute werden sich zur Kritik berufen fühlen und all das wird uns nicht mehr als einfach scheißegal sein. Warum? Weil wir eines besser als je zuvor wissen: Wir sind nun mal wie wir sind und können auch nicht anders sein, nicht, wenn wir uns selbst im Spiegel anschauen müssen, ohne uns selbst verbogen und verlogen zu fühlen. Mit all dem was wir geschaffen haben sind wir glücklich und stolz und wissen auch, dass diese Band zwar fast überwichtig für uns ist, es aber noch eine viel wichtigere Sache darüber gibt: Unsere Kinder und Familien und das gute Gefühl in uns, keine linken hintertückischen Dinger gedreht zu haben. Vor allem aber immer der Stimme unseres Herzens gefolgt zu sein. Allein immer das gemacht und so tolle Sachen erlebt zu haben die dabei noch unfassbar viel Freude und Spaß gehabt zu haben, waren jeden Zentimeter Gegenwind wert. Und das wird bei uns auch weiterhin so bleiben. Von dem her, lasst das Album kommen, lasst die Tour kommen. Wir sind bereit, mit jedem der mitgehen will und verstehen kann, dass wir so am besten fahren. Also, wir hoffen wir sehen uns alle auf Tour. Alles Gute inzwischen, genießt die ersten Album-Vorboten und die Vorfreude! Rivalen und Rebellen…. es kommt!!!

 

Tourdaten:

10.04. München, Olympiahalle
12.04. Oberhausen, König Pilsener Arena
13.04. Bremen, ÖVB Arena
14.04. Hamburg, Barclaycard Arena
15.04. Berlin, Velodrom
16.04. Leipzig, Arena
18.04. Erfurt Messehalle
19.04. Nürnberg, Arena Nürnberger Versicherung 20.04. Riesa, Sachsenarena

21.04. Frankfurt, Festhalle

 

Foto: Holger Fichte