Fotocredits: Ricarda Spiegel

Mostly Harmless:  Hallo Henning, vielen Dank das du dir heute Zeit für uns nimmst, es freut uns das es wie in Moers besprochen funktioniert.

Henning: Die Freude ist ganz auf meiner Seite, mal sehen, wie es läuft :-) Der Name „Mostly Harmless“ lässt ja immer noch Raum für Überraschungen.

 

Mostly Harmless: Du bist seit ca. 18 Jahre in dem Musik-Business, warst in Bands, hast als Manager fungiert, warst bei the Voice Kids als Juror und bist als Solokünstler unterwegs – in welcher dieser Aufgaben / Bereiche siehst du dich selbst in der Zukunft und wieso diese Aufgabe?

Henning: Ich bin Musiker und Performer. Da kann ich meine ganze Energie reinlegen. Wie meine aktuelle Single („ABBA war immer dabei“) beschreibt, bin ich immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Mit meiner Arbeit als Solokünstler habe ich aber ein passendes Zuhause für meine Energie gefunden.

 

Mostly Harmless: Die Soloscheibe „der Letzte an der Bar“ ist knapp zwei Jahre alt. Was war das für ein Gefühl, sich mit niemanden mehr absprechen zu müssen, und nach all der Zeit mit den H-Blockx, Söhne Mannheims endlich dein Ding zu machen?

Henning: Das kann ich für mich so nicht stehen lassen. Gerade als Solokünstler ist es wichtig, dass ich mich mit Menschen abspreche, die mir helfen können meine Ziele zu erreichen. Im Gegenteil, die Verantwortung, die „richtigen“ Leute zu finden und meine Ziele umzusetzen ist die große Herausforderung. Für meine nächsten Veröffentlichungen habe ich ein eigenes Label gegründet und diese Freiheit ist ein großes Gefühl. Meistens motivierend, aber manchmal auch anstrengend

 

Mostly Harmless:  Du hast zweimal mit deinen the Voice Kids gewonnen und wie ich gelesen habe, auch noch Kontakt zu den Kandidaten. Warum haben diese dich nicht auf der Tour begleitet? Wäre ja eine super Chance für sie gewesen.

Henning: Ich habe viele Dinge ausprobiert, um meinen musikalischen Mittelpunkt zu finden. Ich bin für die Künstler/-innen, die ich in den letzten Jahren getroffen habe da, wenn sie mich brauchen. Aber auch für Michèle und Danyiom ist es wichtig, dass sie ihre eigene Identität entwickeln und ich habe sie ja auch teilweise auf der Bühne gefeatured. Aber wenn ich mit allen Freunden die Bühne teilen würde, dann wären auf der Bühne mehr Menschen als davor.

 

Mostly Harmless: Wie geht es musikalisch weiter mit Henning Wehland?

Henning: Ich bin schon seit einigen Monaten im Studio. Habe in den letzten 15 Monaten viele Songs geschrieben. Nach vielem ausprobieren habe ich mit Henning Verlage und Guido Knollmann ein Team gefunden, die meinen Texten das perfekte musikalische Gewand verleihen.

Die erste neue Single habe ich vor ein paar Wochen veröffentlicht („Es brennt noch Licht in der Stadt“) Die nächste steht gerade in den Startlöchern („ABBA war immer dabei“) und im Laufe des Jahres möchte ich noch weitere Lieder raushauen, bevor ich mit einem neuen Album komme.

 

Mostly Harmless:  Verrate uns doch schon mal ein paar Geheimnisse zu deinem neuen Album 😊?

Henning: Ich würde lieber mit einigen Mythen aufräumen: Viele denken immer noch, dass ich Singer-/Songwriter wäre. Oder meine Musik so klingt „wie....“.

Jeder, der mich kennt weiß, dass ich für die Bühne lebe. Ich liebe es meine Energie mit dem Publikum zu teilen. Auf der anderen Seite habe ich ein zuhause in deutschen Texten gefunden. Ich fülle eine Lücke zwischen Singer-/Songwritern und Rap. Ich muss mich nicht einer Altersgruppe anbiedern, sondern sehe meine Erfahrung als Musiker und Mensch als meinen größten Vorteil. Das wird man den Songs auch anhören und auf der Bühne sehen.

 

Mostly Harmless:  Und das „Projekt“ Bürgermeister von Münster zu werden ist erstmal auf „Eis“ gelegt?

Henning: Gott bewahre! Mehr denn je habe ich das Bedürfnis, mich auch politisch stärker zu engagieren. Das passiert momentan in meinen Texten und wenn der amtierende Bürgermeister von Münster Herr Lewe Lust hat, würde ich gerne mal ein Praktikum bei ihm machen.

Fangen wir mal langsam an...

 

Mostly Harmless:  Auch ein Rockstar braucht ab und an mal eine Auszeit, was machst du, um deine Batterien wieder aufzuladen?

Henning: Ich liebe es zu reisen. Menschen und ihre Geschichten zu entdecken, ohne den Druck daraus sofort ein Lied machen zu müssen. Wir haben einen alten VW T2 Bulli, mit dem wir den Sommer über durch Europa fahren, um neue Eindrücke und Geschichten zu finden. Das kann man natürlich auch auf allen meinen sozialen Netzwerken verfolgen.

 

Mostly Harmless: Sommer, Sonne, Lagerfeuer – du sitzt abends mit Freunden am Lagerfeuer, welchen Song würdest du spontan spielen?

Henning:  „Das kann man ja auch mal so sehen“ von Udo Lindenberg

 

Mostly Harmless:  Nach all den vielen Jahren in der Branche, wo soll es noch hingehen? Was würdest du gerne noch erreichen?

Henning: Zunächst einmal bin ich unendlich dankbar dafür, was ich schon erleben durfte und dass ich eine Partnerin habe, die das schon so viele Jahre mit mir durchzieht. Kira macht auch mein Management und sorgt dafür, dass wir dieses Leben so geniessen können.

Es wäre schön, wenn ich mit meiner jetzigen Musik noch etwas mehr Menschen erreiche und so lange wie möglich weitermachen kann.

 

Mostly Harmless:  Wir sind sehr gespannt, was wir weiterhin von dir hören. Danke schön für das Gespräch.

Henning: Tat auch gar nicht weh :-)