Mostly Harmless: Hallo, geht’s euch gut? Seid ihr bereit für heute Abend?

Joggl: Ja wir sind bereit, wir freuen uns sehr heute Abend hier zu spielen. Wir haben richtig Bock, gute Atmosphäre, coole Leute.

 Alle: Ja wir freuen uns sehr.

 

Mostly Harmless: Ihr habt am 24.03.17 eure erste Live DVD rausgebracht. Was gefällt jemandem von euch persönlich am besten auf der DVD?

Heiss: Der Abspann. (alle lachen)

Joggl: Muss ich auch sagen.

Heiss: Nein, die DVD ist insgesamt gelungen. Mir gefällt die ganze DVD. Ich habe da keinen Favoriten.

 

Mostly Harmless: Nicht irgendwas wo du sagst, das ist für mich das Highlight?

Heiss: Nein, obwohl die Doku finde ich extrem geil.

Pat (Manager): Der Bonusabspann, der liegt so ein besoffener Typ in der Koje.

Alle: Ja genau.

Joggl: Ich denke, es ist ein cooles Produkt geworden, dafür das es unsere erste DVD war. Man muss auch bedenken es ist schon eine Aufgabe da zu bestehen: 2 Stunden auf der Bühne, dann sind 5 Kameras um dich rum. Die Nervosität war bei allen sehr hoch. Wir sind mit der DVD sehr zufrieden.

Heiss: Es war uns ein Herzensanliegen eine DVD zu produzieren und das haben wir uns jetzt verwirklicht.

 

Mostly Harmless: „Live ins Herz“ hat Platz 1 in den offiziellen deutschen Musikvideo Charts erreicht, mal Hand aufs Herz 😊 wie fühlt sich dieser Erfolg an?

Heiss: Doppelt so gut wie die 2 (alle lachen).

Spitzi: Obwohl es nur die Hälfte ist.

Heiss: Nein, das ist schon sehr cool, wir haben das nicht erwartet. Wir dachten nicht, dass wir mit der DVD so viel reißen. Desto mehr haben wir uns gefreut, als wir die Mitteilung bekommen haben.

Joggl: Für mich war der Re-Entry auf Platz 9 unserer CD auch sehr wichtig.

 

Mostly Harmless:  Wie gerade von Joggl schon angesprochen, eure Scheibe „Hand auf Herz“, hat den Re-Entry in die Charts gepackt, was ist von jedem der Lieblingssong auf der Platte?

Heiss: Das ändert sich bei mir immer muss ich ehrlich sagen. Die Songs sind auf die Setlist gekommen, weil es aus unserer Sicht die stärksten Songs sind. Aber wenn man sich die Scheibe dann nach einiger Zeit wieder anhört, findet man Songs die einem dann gerade besser gefallen.

Spitzi: „Wir sind eins“ ist für mich eins der schönsten Lieder, weil…

Joggl: Der Bass einfach zu spielen ist (lachen).

Spitzi: Genau, da muss man sich nicht konzentrieren. Nein!

Joggl: Mir gefällt das ganze Album.  Aber wenn ich einen Song rauspieken muss, dann wäre es „Der gerade Weg“. Das ein cooler Song. Aber wie bei Christian, wechselt das.

Tom: Bei mir ist es „Bis nichts mehr bleibt“. Es ist ein kritischer Song. Ich finde, er passt ins heutige Zeitalter. Sind aber alles gute Lieder – nur Hits.

 

Mostly Harmless:  Was meint ihr, warum ihr aktuell die Charts so stürmt?

Joggl: Wir spielen mittlerweile schon 13 Jahre zusammen. Das ist eine sehr lange Zeit. Wir haben von Jahr zu Jahr eine Verbesserung gesehen.

Heiss: Wir sind auch fleißig.

Joggl: Ja, wir sind auch fleißig.

Heiss: Wir üben viel, wir Proben viel (alles lacht). Wir lassen uns auch immer wieder was einfallen. Ich glaube, es gibt mit Sicherheit faulere Bands als uns.  Nicht alles was wir machen ist verkehrt.

Spitzi: Wir sind eine Band, welche sobald ein Album veröffentlich ist, direkt  mit dem nächsten Album anfangen. Wir haben keine Ruhephase.

Joggl: Wie Spitzi schon sagt, man muss fleißig sein, als Band immer wieder nachlegen und etwas bringen um präsent zu bleiben.

Heiss: Viel von den Sachen die wir zu erzählen haben, interessieren die Leute.

Joggl: Wir singen auch über andere Themen: So Freundschaft & Liebe (lacht), nicht so wie die anderen Bands.

Mostly Harmless:  Stimmt darüber singt sonst niemand (lachen).

Spitzi: Ein ausschlaggebender Punkt ist, wenn man sieht das immer mehr Leute vor der Bühne stehen und sich mit uns identifizieren können, mit unseren Texten. Das ist für uns eine Motivation, da sehen wir, dass wir nichts falsch machen. Das gibt uns Kraft weiterzumachen. Unsere Fans sind sehr wichtig für uns.

 

Mostly Harmless: Das heutige Konzert ist das Jubiläumskonzert für 5 Jahre Unantastbar United, gibt es Überraschungen bzw. ist das Konzert für euch ein besonderes?

Joggl: Ja definitiv, wir haben gerade erst gesehen und mitbekommen, dass das unser 200tes Konzert ist.

Mostly Harmless: Das wusstet ihr nicht?

Joggl: Nein, das wussten wir ohne scheiss nicht. Das ist aber ein Grund für uns heute noch mal einen draufzulegen, mehr Gas zu geben und danach noch ein Fass aufzumachen.

Schkal: Oder die Flasche (Pfeffi) die ich vorhin geschenkt bekommen habe.

Joggl: Wie gesagt, es ist ein besonderes Konzert heute, auch wegen den Leuten. Der Club hat viel ermöglicht, das ist für uns ein wichtiger und großer Tag.

 

Mostly Harmless: Gibt es heute Abend Highlights?

Schkal: Ein definitives Highlight wird sein: Wir haben vor Jahren für Unantastbar United einen Song aufgenommen. Es handelt sich um den Song „Freundschaft“. Diesen haben wir neu aufgenommen, und haben den ersten 500 Mitgliedern ein T-Shirt und eine CD geschenkt. Auf dieser CD war dann der Song mit drauf. Es gibt ihn nur für Unantastbar United Mitglieder. Bis jetzt haben wir ihn nur einmal live gespielt, auf unserem 10 Jahre Jubiläumskonzert. Heute spielen wir den Song zum zweiten Mal live, nur für den Club.

 

Mostly Harmless: Wie ist eure Verbindung zu Unantastbar United? Habt ihr regelmäßig Kontakt?

Joggl: Wie meinst du das jetzt? Sexuell? (lacht)

Mostly Harmless: Uns kannst du beides erzählen. Wir nehmen auch die sexuellen Sachen 😊

Schkal: Also ich ziemlich stark auch sexuell, meine Freundin hat das heute organisiert. Im Club gibt es einen Vorstand und einen Eventausschuss. Sie hat sich damals in den Eventausschuss wählen lassen.

Mostly Harmless: Also gibt es eine enge Verbindung zu den Mitgliedern bzw. dem Club?

Heiss: Ja man kennt sie alle. Sie kommen immer auf die Festivals & Konzerte. Der harte Kern, die viel auf Konzerte fahren, die kennt man eigentlich alle. Wenn vielleicht nicht beim Namen, aber das Gesicht.

Spitzi: Wir versuchen das auch zu pflegen. Bei gewissen Konzerten, wie vor 2 Jahren beim Alpen Flair. Wir haben uns dort Zeit für die Mitglieder vom United genommen. Wir haben zusammen Fotos gemacht, es waren bestimmt über 100 Mitglieder. Man hat miteinander geredet und Bier getrunken. Das ist uns schon auch wichtig.

Joggl: Es sind Freundschaften dadurch entstanden.

Schkal: Wir haben die Chance immer wieder etwas Exklusiveres zu veranstalten, was jetzt nicht mit einem Konzert zusammenhängt. Wir haben zum Beispiel letzte Jahr im Herbst eine traditionelle Weinverkostung und Kastanien essen gemacht. Dazu haben wir den Club eingeladen - begrenzt auf 100 Mitglieder. Wir haben alle zusammen einen Abend verbracht, mit Tiroler Volksmusik.

Joggl: Man muss dazu sagen, die Veranstaltungen mit Alkohol funktionieren immer sehr gut. Wenn Alkohol im Spiel ist, lass sich die Leute von United nicht lumpen (alles lacht). Da wird gefeiert was das Zeug hält, ganz tolle Fans.

Schkal: Aber genau solche Abende sind es, die es ausmachen. Dort lernt man die Leute wirklich kennen. Wenn sowas stattfindet ist das schon cool. Wir haben auch schon ein Grillen veranstaltet, oder sind mit den Fans auf einen Berg gegangen. Rafting war auch schon dabei.

 

Mostly Harmless: Wie ihr gerade gesagt habt, ist die Teilnehmeranzahl begrenzt. Wie entscheidet ihr wer dabei ist?

Schkal: Es sind die ersten 100 die sich anmelden.

 

Mostly Harmless: Wie viele Mitglieder hat Unantastbar United mittlerweile?

Schkal: Ich habe heute gehört, dass das an die 600 Mitglieder sind.

Joggl: Ehrlich, ich weiß es nicht.

Mostly Harmless: Wir googeln mal (Anmerkung: Google wusste es auch nicht).

 

Mostly Harmless: Wir haben euch 2-3 Fragen von euren Fans mitgebracht.

Alle: Echt?

Mostly Harmless: Ja.

 

Mostly Harmless: Die erste Fanfrage ist: Wie sehen bei euch die Bandproben aus?

Heiss: kurz (alle lachen), welche Bandproben?

Joggl: Nächste Frage.

Heiss: Das ist so lange her, ich kann mich nicht mehr erinnern. Nein, wir treffen uns meistens ein paar Mal vor jedem Konzert.

Spitzi: Lüge (schallendes Lachen)

Tom: 2x

Joggl: Nein, wie vorhin gesagt, wir sind eine fleißige Band.

Heiss: Wir spielen meistens bei der Probe das Konzertprogramm durch,  und picken uns dann die Songs raus bei denen es hapert. Viele Proben finden auch zu Hause statt, allein.

 

Mostly Harmless: Ich glaube die Fans interessieren sich eher für die schmutzigen Details.

Heiss: Wir proben generell nackt.

Mostly Harmless: Achso, na dann.

Heiss: Das befreit einfach, man kann sich dann auch auf die Sache konzentrieren. Das haben wir mal ausprobiert, das funktioniert super. Im Winter zwar eher kalt.

 

Mostly Harmless: Habt ihr irgendwelche Rituale oder sowas?

Heiss: Bei der Probe? (unglaubwürdiger Blick)

Mostly Harmless: Ja was weiß ich, was ihr da so veranstaltet.

Schkal: Das darf man sich nicht als so spannende Geschichte vorstellen. Wir treffen uns einfach, spielen ein paar Songs. Es dauert immer lange bis wir uns treffen, weil wir einen Termin finden müssen.

Joggl: Ja, das ist der schwierigste Teil

Spitzi: Es dauert meistens lang bis wir einen Termin gefunden haben. Aber wenn wir einen gefunden haben und wir uns zur Probe treffen, verlieren wir mindestens eine Stunde bis wir anfangen. Danach wird erst gespielt und keiner hat mehr Lust.

Joggl: Wir trinken übrigens kein Bier während der Probe.

Heiss: Letzte Mal ist es passiert, da haben wir ein paar Bierchen getrunken. Dann haben wir das Probe sausen lassen, weil wir gesagt haben, dass bringt heute eh nichts mehr.

Joggl: Das passiert nur, wenn ich nicht da bin, sonst passiert sowas nicht. Ich gebe hier den Ton an.

Heiss: Wenn Joggl kommt bringen wir die Bierkiste in Sicherheit.

 

Mostly Harmless: Die nächste Fanfrage: Ihr seid bereits schon ein paar Jahre im Musikgeschäft, habt ihr das Gefühl, dass sich die Deutschrockszene verändert, dass es mehr in die Richtung Kommerz geht?

Stille – alle denken nach.

Heiss: Das ist eine schwierige Frage. Was heißt für euch Kommerz? Wir bewegen uns insofern in Richtung Kommerz, das wir heute mehr verkaufen wie früher. Da könnte man natürlich sagen, das ist jetzt kommerzieller. Das heißt aber nicht, dass man sich davon beeinflussen lässt im Sinne von, man schreibt nun Songs die sich besser verkaufen lassen. Jeder macht das was einem gefällt. Wenn sich das gut verkauft, ist das natürlich schön. Aber es ist nicht, dass wir alles spezifisch daraufhin polen. Was die Szene an sich betrifft, muss ich sagen, dass wir weit vom Schuss weg sind. Wir leben in Südtirol und da bekommen wir das ziemlich wenig mit, bis auf die Konzerte.

Joggl: Wir arbeiten auch noch neben der Band. Das glauben viele Leute nicht.

 

Mostly Harmless: Also ihr habt alle noch einen Dayjob?

Joggl: Genau, wir arbeiten alle noch.

Heiss: Ich komm mir ziemlich bodenständig vor. Ich gehe meiner Arbeit nach, und ich gehe meinem Hobby nach. Musik ist unser Hobby, das gefällt uns allen.

Schkal: Was man schon sagen kann ist, dass es mir persönlich so vorkommt, dass es immer mehr Bands gibt. Es ist mittlerweile einfacher geworden ein Album aufzunehmen. Mittlerweile kannst du mit einem PC, einem guten Programm und einem Kumpel der sich etwas auskennt, ein Album produzieren. Welches besser aufgenommen ist, wie unsere erste CD. Früher war das ein finanzieller Aufwand.

 

Mostly Harmless: Ich glaube, es geht eher darum, dass viele Bands, wenn sie noch unbekannt sind ihre Musik spielen und je bekannter sie werden, desto mehr Mainstream wird die Musik.

Heiss: Ich glaube, das hat eher was mit dem Alter zu tun. Man fängt irgendwann an, wenn man 20 ist oder in meinem Fall ich war 15/16. Da hat man natürlich einen anderen Musikgeschmack wie mit 30. Das ist ja logisch. Natürlich wirft die Band heute mehr Geld ab wie früher. Aber das Geld wird auch verwendet, jetzt sind wir zum Beispiel mit Lichttechniker, Backliner und und und unterwegs. Wir schauen, das alles professioneller wird. Man möchte besser werden. Wir haben viel Geld in Equipment, Instrumente und so weiter investiert.

Pat (Manager):: Schaut euch die 4m Merch an, da würde auch mehr gehen. Aber wir sagen, was sollen wir zum Beispiel Badelatschen verkaufen? Wir verkaufen nur Zeug, was wir auch cool finden. Genauso auch zu der Platte, es gibt eine Box, eine LP. Es gibt nicht 20 LPs. Da von Kommerz zu sprechen? Ich glaube, dass hier ist die unkommerziellste Band.

 

Mostly Harmless: Die letzten Worte gehören euch für eure Fans, wir sagen schon mal Danke schön und bis später.

Heiss: Ich bedanke mich bei den zwei hübschen Mädchen für das Interview. Wir freuen uns auf heute Abend. Wir möchten gerne auf dem Weg noch mal danke sagen an alle die uns die ganzen Jahre begleitet haben und die uns einen so schönen Abend wie heute – und den werden wir haben, da bin ich mir sicher – ermöglichen.

Alle: Hast du schön gesagt!