Mostly Harmless: Hello, wie immer an dieser Stelle sagen wir danke, dass ihr euch die Zeit nehmt fĂŒr uns. Alles gut soweit bei euch, an diesen warmen Tagen 😊?

Volker Pusch: Na klar, ist eben Sommer. Schön in unseren Gefilden ist doch, dass wir relativ ausgeprĂ€gte Jahreszeiten haben – da fĂ€llt im Winter Schnee und im Sommer ist es eben auch mal heiß. Die starke Abwechslung lĂ€sst uns doch erst jede Jahreszeit auskosten, ich denke das ist auch im Wesentlichen in der Musik so.

 


Mostly Harmless: Auf der Seite von Metalmessage steht: „
einen völlig eigenen Melodic Heavy-Metal Stil entwickeln.“. Was ist an eurem Stil anders, wie an anderen Melodic Heavy Metal Stilen?
Volker Pusch: ZunĂ€chst muss ich gestehen, dass ich diese Stil-Beschreibung das erste Mal im Zusammenhang mit unserer Musik vernommen habe. In der Band haben das alle eigentlich als sehr zutreffend empfunden, da es die Gemeinsamkeiten unserer doch sehr unterschiedlichen Songs einfĂ€ngt: Melodic, heavy und Metal. Wir haben schon eine ganze Menge unterschiedlicher Metal-Stile attestiert bekommen, mal waren wir hierbei gedanklich mehr bei der Fachpresse und manchmal auch weniger. Das Spektrum reichte von Death-, Power-, Thrash-, Heavy-, bis hin zu Prog-Metal. Übergreifend ist unsere Musik eben doch harmonisch und treibt nach vorne. Daher fĂŒhlen wir uns mit dem Label „Melodic Heavy-Metal“ auch ganz wohl. Ich bin mir sicher man erkennt den einen oder anderen Einfluss in unserem Schaffen, aber Vergleiche zu bestehenden Stilen oder anderen Bands lassen sich wahrscheinlich nur songweise ziehen und dann auch nur bedingt. An dieser Stelle freue ich mich auch ĂŒber jede Diskussion mit jemandem der sich unsere Musik angehört hat und der Ansicht ist: „war doch schon alles da!“ – das hatte ich allerdings bisher noch nicht.

 

Mostly Harmless: Man munkelt das 2020 eurer neues Album in die LĂ€den kommt. Was erwartet eure Fans?

Volker Pusch:  Eine konsequente Weiterentwicklung in Bezug auf die letzte Scheibe Everdark. Das heißt es wird ebenfalls ziemlich divers zu gehen. Etwas weniger progressiv als Titel wie „Soul Cancer“ oder „Serene“ dafĂŒr aber eine etwas dĂŒstere, epische Note. NatĂŒrlich gibt es auch dazu Ausnahmen, es wĂ€re kein Misanthropia Album, wenn man klare und homogene, stilistische Erwartungen an die ganze Scheibe hĂ€tte. Wir haben auch etwas Speedmetal und Doom aufgeplant. Und wer weiß, vielleicht garnieren wir alles diesmal ja noch mit einem bekannten Ă€lteren Titel im Akkustikkleid. Noch haben wir nicht alles in Stein gemeißelt, aber genug Material und Ideen, um unsere bisherigen Hörer zu begeistern, aber eben auch nicht zu langweilen. Wir haben uns erlaubt schon einmal 2 Titel live zu spielen und das kam so weit gut an.

Mostly Harmless: Hat das neue Album, den bekannten roten Faden?
Volker Pusch:  Ich fĂŒrchte Nein. Das ist aber auch gut so. Wir haben uns bisher bei den Arrangements und dem Sound keine Scheuklappen angelegt und das hat ganz gut funktioniert. Um ehrlich zu sein liebĂ€ugeln wir seit geraumer Zeit mit einem Konzeptalbum. Da wir aber inhaltlich wie auch musikalisch bei den Songs jede Menge unterschiedliche Ideen haben, die bei uns Musikern und eben auch unseren Hörern guten Anklang finden, haben wir das bislang nicht nachhaltig verfolgt. Das bedeutet natĂŒrlich nicht, dass wir das fĂŒr die Zukunft verwerfen. Ich denke es bleibt ein mittelfristiges Ziel.


Mostly Harmless: Welche Botschaft oder Kernaussage hat euer neues Album?

Volker Pusch:  Wir haben sehr großen Spaß an dem was wir tun. Das mit unseren Hörern zu Teilen ist definitiv eines der Ziele des neuen Release. Weiter könnte man ableiten, dass es uns sehr wichtig ist, dass man authentisch ist. Jeder sollte sich morgens ohne Stirnrunzeln im Spiegel anschauen können und verantwortlich mit sich und allen anderen umgehen. Das steckt auch in unserer Musik.


Mostly Harmless: Ab wann wird die Scheibe kÀuflich erwerblich sein? 
Volker Pusch: Das sollte im FrĂŒhjahr 2020 der Fall sein.

Mostly Harmless: Wir stellen uns mal vor, ihr könntet euch jemanden aussuchen (jemand der noch lebt), der einen Song mit euch auf dem neuen Album einspielt und diesen dann auch live performt. Wer wÀre das und warum genau diese Person?

Volker Pusch: Corey Taylor. Der Mann ist ein Ereignis, musikalisch und emotional. Ich denke darum geht es auch bei uns. Jedes Konzert ist fĂŒr sich genommen ein kleines, einzigartiges Kunstwerk und lebt neben den Rahmenbedingungen natĂŒrlich vom Momentum und dem „erfahren“ jedes Einzelnen. Das gilt fĂŒr die Musiker und die Zuhörer gleichermaßen. Der Herr Taylor macht hier definitiv ein paar Sachen richtig und der wĂ€re fĂŒr einen unserer Songs bestimmt eine absolute Bereicherung – Im Studio wie auch live.


Mostly Harmless: Apropo live, wo kann man euch dieses Jahr noch sehen?
Volker Pusch:  Wir sind derzeit sehr auf die inhaltliche Ausgestaltung des neuen Release fokussiert. Es schmerzt zwar sehr, aber aktuell sind bis Ende 2019 keine weiteren Konzerte geplant.


Mostly Harmless:  Wie bereitet ihr euch auf Liveauftritte vor?
Volker Pusch: Wir wollen immer unser Bestes geben und Jeden begeistern der uns seine Zeit und Aufmerksamkeit schenkt. Beides gehört zu den kostbarsten Dingen, ĂŒber die ein Mensch verfĂŒgen kann. NatĂŒrlich wird vorher obligatorisch geprobt und so weiter. Es haben sich aber auch hinter der BĂŒhne ein paar Rituale eingeschlichen – eines davon ist unser „Band-Prayer“. Das ist das „Briefing“ mit ein paar salbungsvollen Worten, welches traditionell unser Schlagzeuger Markus zum Besten gibt. Es ist inhaltlich immer anders, auf den speziellen Moment abgestimmt und feuert uns an – direkt im Anschluss geht’s an die Instrumente und damit natĂŒrlich zur Sache.


Mostly Harmless: Wie kann man sich eine typische Bandprobe bei euch vorstellen?

Volker Pusch:   Sowie sich alle eingefunden haben folgt das absolut notwendige Einstellen des Gitarrensounds. Denn offenbar klingt eine Gitarre immer (!) völlig (!) unterschiedlich an jedem Dienstagabend, selbst wenn sich an den vielen Reglern ĂŒberhaupt nichts verĂ€ndert hat *lacht*. Danach spielen wir uns warm mit Altbekanntem oder jammen etwas ungezwungen. Im Anschluss widmen wir uns dem jeweiligen Ziel der Probe. Das ist durchaus unterschiedlich, entweder geht’s um Songwriting, den Feinschliff fĂŒr die nĂ€chste Show oder wir stimmen uns zu bestimmten Themen ab. Nach allem sind wir eine doch eher demokratische Band die alle Meinungen nicht nur zulĂ€sst sondern auch einfordert.


Mostly Harmless:  Damit seid ihr von dem Interview erlöst *grins*. Wir sagen danke schön und das Schlusswort gehört euch.

Volker Pusch: Wir haben uns sehr gefreut ein paar Einblicke in Misanthropia zu gewĂ€hren und einen Ausblick auf das was Euch bevorsteht. Vielen Dank fĂŒrs Lesen - Bleibt Euch treu – bleibt Metal!